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Freitag, 9. September 2016

meine persönliche Rezension zu "Dragon Ball Z Resurrection F"

Liebe Leser/innen,

ich bin nicht nur Sailor Moon-Fan, sondern habe noch viele weitere Serien, die ich gerne mag und verfolge. So auch Dragon Ball! Seit meiner Jugend begleitet mich diese Serie und damit auch die deutschen Stimmen dazu. Ich bin zwar kein Fan des Casts in Dragon Ball Z Kai - einige Stimmen dort sind mir einfach so extrem fremd von dem was ich Jahre lang gewohnt war - doch wie ich es bereits in meinem Blogbeitrag zum Thema 'Synchronisieren in Deutschland' erläutert habe, kann es Gründe für einen anderen Cast geben. 

Nichtsdestotrotz habe ich mich sehr gefreut als Kazé-Deutschland verkündete, daß sie für diesen Kinofilm den 'alten' Cast gewinnen konnten. Seither hatte ich die kleine Hoffnung, daß vielleicht ein paar Sprecher auf die Connichi kommen würden (vermutlich wäre ich umgekippt oder hätte keinen Mucks herausbekommen, wäre Tommy Morgenstern aka Son-Goku einer dieser Personen :'D ). So ist es aber nicht gekommen, stattdessen wartet Kazé-Deutschland mit dem Produzenten aus Japan auf! Norihito Hayashida wird sich die Ehre geben! Ich bin schon sehr gespannt auf ihn und werde euch natürlich im Rahmen meines Rückblicks zur Connichi 2016 darüber berichten! 

Gestern (08. September 2016) war es nun soweit. Ich schlüpfe in mein 'The Walking Dead - Daryl Dixon'-TShirt (ich denke ihr wisst warum, richtig? ^^) und mache mich auf zum Cinecitta. Das Ticket habe ich schon im Voraus online reserviert, um auch wirklich einen prima Platz zu haben. Mittlere Reihe, Platz in der Mitte - perfekt! Im Kino treiben sich - wie zu erwarten war - mehr Männer als Frauen um den Kinosaal 3 herum. Vereinzelt entdecke ich Dragon Ball-Tshirts. Ein Besucher trägt sogar den typischen orangefarbenen Trainingsanzug. Die Premiere wird in 3D gezeigt, weshalb eine 3D-Brille notwendig ist. 19:20 eine Mitarbeiterin öffnet die Türen und alle strömen hinein auf ihre Plätze. Ich entdecke auf meinem Platz den Hinweis, daß es sich um einen reservierten Platz handelt - richtig, meine Reservierung. Ich setze mich und lass das Ambiente auf mich wirken. Perfekte Sicht. Wunderbar. Neben mir rechts nehmen zwei Frauen - eine der wenigen Vertreterinnen - Platz. Links neben mir ist der Platz frei und wird es auch bleiben. Der Saal füllt sich. Komplett ausverkauft ist die Veranstaltung nicht, aber der Saal ist sicher mehr als zu 75% gefüllt. Plötzlich stelle ich fest, daß mir etwas fehlt! Ja richtig - die 3D-Brille! Es ist noch Zeit und ich hole sie mir. Wie üblich wird mit Werbung gestartet und ich bekomme u.a. den Trailer zu Star Wars: Rogue One in 3D gezeigt. 

Schließlich ist es soweit und Dragon Ball Z Resurrection F (zu Deutsch: Dragon Ball Z Wiederauferstehung Freezers) beginnt. Der Zeichenstil ist genau derselbe, wie ich ihn schon Jahre kenne. Ich schmunzele als ich Piccolo sehe, wie er mit einem Fuß die Wiege von Son-Gohans Kind sanft wiegt. Drollig, Onkel Piccolo! Die Geschichte nimmt ihren Lauf... Besonders witzig fand ich die 'irdische Hölle' für Freezer in welche er nach dem Kampf verbannt wurde. Sie besteht aus einer Blumenwiese, einem schönen Baum an welchem er in einem Kokon gefangen baumelt. Um ihn herum fliegen kleine Elfen und Feen. Ab und an kommt ihn eine Musikkapelle von putzigen Kuscheltieren besuchen. Einfach herrlich. xD 


Krillin ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen - doch klar an seiner 'alten' Stimme - aber jetzt wo Frieden herrscht hat er sich seine Haare wachsen lassen und arbeitet als Polizist. Als es zum Kampf geht, lässt er seinen Kopf kahl scheren!


Son-Goku und Vegeta sind wieder einmal trainieren. Sie wollen schließlich stärker werden, nicht wahr? Ihre Trainer könnten aber nicht skurriler sein! Der Zerstörer Beerus und sein Helfer Whis. Besonders Whis finde ich einfach herrlichst! Diese Attitüde unterstützt von der tollen Stimme von Oliver Feld einfach der Knaller! 


Diese ewige Zankerei zwischen Son-Goku und Vegeta ist auch hier enthalten und hat regelmäßig für Lacher im Saal gesorgt. :D Natürlich kommt es zum unausweichlichen Showdown zwischen Freezer und Son-Goku. Die beiden Sayajins (Son-Goku + Vegeta) sowie Freezer zeigen das typische männliche Gehabe von 'ich will einfach besser sein als der da'. Keinen Moment lang wirkt das platt oder fad, ganz im Gegenteil! Zeitweise sehr amüsant und mit einer kleinen Lektion inbegriffen. Gemeinsam könntet ihr unbesiegbar sein - aber, wir wissen alle, daß die beiden Kinsköpfe niemals wissentlich und willentlich kooperieren werden bzw. wollen. xD Natürlich rettet Son-Goku in letzter Minute...naja okay, Whis hat ihm exakt drei Minuten gegeben...die ganze Welt...und Vegeta... ^^


Zusammengefasst kann ich sagen, daß der Film auf jeden Fall sehenswert ist. Die Kampfszenen sind klasse und die Dialoge witzig gestaltet. Der 'alte' Charme ist erhalten geblieben und ich freue mich nun auf die Connichi!

Ich hoffe euch hat diese kleine Rezension gefallen! Auf bald! :D

Dienstag, 6. September 2016

Deutsche Synchronisation damals und heute

Liebe Leser/innen,

ich melde mich einmal wieder mit einem eher kritischen Beitrag. Einstweilen ist das auch ganz gut zwischen all den euphorischen Berichten zu Conventions oder dergleichen. ^^

Genauso wie ich mich dem Thema 'die DVDs/BluRays sind ja sooo teuer' bzw. generell der Preisfrage von Fan-Merchandise beschäftigt habe (könnt ihr sehr, sehr gerne auf meinem Blog nachlesen ;D ), möchte ich dieses Mal einen genaueren Blick auf das Thema 'Deutsche Synchronisation' werfen,

Oft sind Kommentare in den Social Medias zu lesen:
"...früher war alles viel schöner..."
"...ich will die alten/damals verwendeten Stimmen wieder haben"
"...diese Stimme geht ja gar nicht, weil ich sie mit [Rolle XY] verbinde"
"...total emotionslos und dahin gesprochen...ohne Herz"
und vieles mehr...

Welche Prozesse stecken dahinter bis zur finalen Veröffentlichung?
1) Lizenzvergabe
2) Sprecher/innen besetzen ggf. in Abstimmung mit Lizenzgeber
3) Zulieferer für Verpackung, Design, Pressen, ggf. Druck separat, etc. identifizieren und festlegen
4) Dialogbuch durch Dialogregisseur aufsetzen lassen ggf. in Abstimmung mit Lizenzgeber
5) tatsächliche Synchronisation des Materials
6) Freigabe durch Lizenzgeber einholen
7) Vertriebswege festlegen, UVP definieren, ggf. Marketingmaßnahmen initiieren
8) Veröffentlichung des Produkts

Grundsätzliche bzw. allgemeine Fragen:
"Darf ein/e Sprecher/in nur eine einzige Rolle in seinem/ihrem Leben sprechen?"
- Meine Haltung dazu, ganz klar NEIN. Natürlich haben derart festgelegte Sprecher/innen, z.B. Sabine Bohlmann aka Lisa Simpson oder Caroline Combrinck aka Ash Ketchum dasselbe Problem wie bekannte Schauspieler, z.B. Daniel Radcliff aka Harry Potter oder Robert Pattinson aka Edward Cullen; Trotzdem haben auch die deutschen Sprecher/innen das Recht mehrere Rollen sprechen zu dürfen und die Chance zu bekommen aus ihrer Nische herauszukommen. Ohne Frage gelingt es dem einen besser als dem anderen, aber vom Prinzip her, bin ich der Auffassung, daß hier Vielfalt herrschen darf.

"Wieso klingt er/sie so komisch?"
- I.d.R. legt die Dialogregie fest, wie etwas bzw. jemand zu klingen hat. Natürlich ist insb. heute das Ziel dem Original möglichst nahe zu kommen. Schwierig ist das natürlich, wenn etwas synchronisiert werden soll, was schon einmal herausgekommen ist und neu aufgelegt wurde. Niemals werden es die Beteiligten allen Fans der jeweiligen Community recht machen können. Hier gilt daher das Gebot der Fairness. Freut euch darüber und bezieht mit ein 'das ist jetzt etwas Neues. Es wurde sich Mühe gegeben in den vorhandenen Möglichkeiten'.

"Ich will die 'alte/n' Stimme/n wieder!"
- Vereinzelt kommt es vor, daß insb. bei Serien  nicht durchweg ein und derselbe Sprecher/in seine/ihre Rolle mit Leben erfüllt. Dies kann mehrere Ursachen haben: 1) der/die Sprecher/in ist verstorben - the show must go on, weil nur deswegen die Serie in Deutschland einstellen? Hier gilt es natürlich sensibel mit der Nachfolge zu sein, was z.B. bei 'The Simpsons' mit der neuen Homer-Stimme ganz gut gelungen ist. 2) der Lizenzgeber (z.B. Toei und Co.) möchte frische/neue Stimmen haben - hier können die Fans geschlossen per Petition oder Umfrageergebnisse etwas erreichen. Gutes Beispiel Sabine Bohlmann als Sailor Moon in Sailor Moon Crystal oder den 'alten Sprecher-Cast' im Spielfilm 'Dragonball Z Resurrection F'. 3) der/die Sprecher/in ist aufgrund anderer Engagements zeitlich nicht in der Lage gleichzeitig für Aufnahmen ins Studio zu kommen.

Durch zahlreiche Q&A Panels (zu Deutsch: Frage-Antwort-Runde) habe ich von den verschiedenen Synchronsprecher/innen Einiges zum Thema 'Synchronisation' erfahren. Einige von ihnen sind schon altgediente Hasen im Geschäft, wohingegen andere noch recht frisch sind. 
 
Synchronisation vor 20 Jahren

Zum einen waren damals die Preise niedriger, sowie die Gehälter niedriger als heute. Des Weiteren erlebte das Thema Anime/Manga in den 90ern seine Blüte und fulminantes Wachstum und setzte sich in der deutschen Gesellschaft fest. Das Thema war extrem populär und aus zig Richtungen (Vertriebskanäle, Lizenznehmer) wurde sich mit diesem Thema beschäftigt. Der Markt wurde förmlich geflutet mit Ware zum Thema Anime/Manga.

Ich möchte euch versuchen zu erklären, wie das damals so im Studio lief: Der Lizenznehmer für das Verbreiten über DVD etc. hat nachdem er den Zusage bekommen hat, ein Vorsprechen organisiert. So etwas kann unterschiedlich laufen: Entweder werden gezielt bestimmte Sprecher/innen durch den Dialogregisseur angesprochen, da sie die Stimme aus anderen Projekten kennen. Oder sie wenden sich an eine Agentur und lassen sich Vorschläge machen bzw. durch die Agentur als geeignet befundene Sprecher/innen kommen zum Vorsprechen. Einige Sprecher/innen haben bereits sog. Demo-Tapes (im Internet leicht zu finden) oder sogar kleine Video-Clips, wenn sie sich auch schauspielerisch präsentieren möchten.

Früher wurde oftmals in der Gruppe eingesprochen. Soll heißen, daß am Beispiel 'Sailor Moon' nicht jeder einzeln für die Szene X in die Kabine ging, sondern alle gemeinsam in einem Raum standen. Sie konnten zusammen am Mikrofon stehen, somit emotional 'vermeintlich' besser aufeinander reagieren und so im Endergebnis ein dynamischeres Ergebnis abliefern. Die Problematik hierbei ist natürlich etwaige Nebengeräusche und das ggf. alles komplett neu eingesprochen werden muß. Zeit bedeutet Geld und je länger die Produktion dauert, desto höher am Ende auch der Verkaufspreis um neben der Kostendeckung auch etwas Gewinn zu erwirtschaften.


Synchronisation wie es heute zumeist abläuft

Mittlerweile gibt es nicht nur einige wenige Sprecher/innen, sondern sehr Viele. Die Studios kämpfen um ihre Aufträge und unterbieten sich zuweilen mit den Preisen und/oder der Arbeitszeit. Es gibt Sprecher/innen, die wie am Fließband sprechen. Eine Rolle bzw. Take nach dem anderen, um so auf ein anständiges Gehalt zu kommen. In ganz seltenen Fällen können Sprecher/innen ausschließlich von der Synchronisation leben. Viele haben einen oder mehrere weitere Jobs! Die Sprecher/innen sind jeder für sich allein im Kämmerchen und sprechen ihre Texte am Stück ein.

Es wird nicht z.B. Episode für Episode erst gemacht, sondern Sprecher X wurde auf Rolle A gesetzt, somit wird sämtlicher Text zu Rolle A en blocke abgearbeitet. Im Nachgang setzt das Studio die Tonspuren aller Stimmen in den jeweiligen Episoden zusammen. Vorteil: Weniger Nebengeräusche und wenn ein/e Sprecher/in einen Take versemmelt, muß nicht gleich alles von allen erneut aufgenommen werden, sondern zumeist nur eine kleine Passage. Die Computertechnik hilft hierbei natürlich auch ein gutes Stück! So werden eingesprochene Textpassagen, die wiederholt vorkommen (z.B. Verwandlungs- oder Attackensprüche) nicht mehrfach eingesprochen, sondern nur einmal um anschließend die Tonspur technisch zu kopieren mittels Computertechnik.



Fazit: Seid den Sprechern/innen gegenüber fair. Sie machen nur ihren Job so wie es ihnen gesagt wird. Sie sind NICHT hauptverantwortlich. Ob sie etwas bzw. jemanden sprechen dürfen, hängt von vielen Faktoren ab, die sie nur bedingt (wenn überhaupt) beeinflußen  können. Konstruktive Kritik ist immer gern gesehen, aber ein lapidares (zumeist ausschließlich in den Social Media-Plattformen kommuniziertes) 'ich find XY scheiße' hilft niemandem, richtig? Nutzt Conventions und befragt die Sprecher/innen persönlich.


Ich hoffe euch damit etwas deutlich machen zu können, was das Thema Synchronisation in Deutschland bedeutet. Bei Fragen, gerne fragen! :D


Annotation: Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit. :)